15. Oktober – Tag der Sternenkinder
Aktuell ist der Brustkrebsmonat Oktober überall greifbar. In den Medien, in der Werbung, auf Social Media und sogar im Handel – überall sieht man pinke Schleifen. Es finden Benefizveranstaltungen zugunsten der Brustkrebshilfe statt und einige Produkthersteller bieten im Oktober sogar speziell produzierte „Limited Editions“ in Pink an.
Der „Breast Cancer Awareness Month“ macht auf die Situation von Erkrankten aufmerksam und soll jährlich international die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Brustkrebs in das öffentliche Bewusstsein rücken.
Und das tut er auch – denn er ist überall präsent, man kann gar nicht, nicht darauf aufmerksam werden …
Was zeitgleich jedoch komplett untergeht und bei weitem nicht so viel Beachtung findet, ist der „Pregnancy & Infant Loss Awareness Month“ – also der Monat, der Schwangerschafts- und frühen Kindsverlust ins öffentliche Bewusstsein rücken soll – das ist nämlich ebenfalls der Oktober.
Ich frage mich, warum das so ist …
Ist unsere Gesellschaft einfach noch nicht bereit, für ein so sensibles und trauriges Thema?
Liegt es daran, dass es leider immer noch ein großes Tabuthema ist?
Oder ist es für die breite Masse einfach nicht wichtig genug, da in den Köpfen der meisten Menschen ja nur alte Leute sterben?
Ich weiß es nicht. Aber woran auch immer es liegt, es macht mich traurig …
Zweifelsohne ist es tragisch und traurig einen geliebten Menschen durch Krebs zu verlieren. Und ebenso zweifelsohne ist Vorsorge extrem wichtig und muss fest in den Köpfen der Menschen verankert werden.
Aber was ist mit all den Kindern, die während der Schwangerschaft, während oder nach der Geburt verstorben sind? Und zwar egal in welcher Schwangerschaftswoche oder zu welchem Zeitpunkt ihres so kurzen Lebens.
Haben diese Kinder es nicht verdient, fest in den Köpfen der Menschen verankert zu sein?
Haben sie es nicht verdient, dass man ihren Monat genauso in die Öffentlichkeit rückt und zelebriert?
Jährlich kommen in Österreich etwa 13.000 Sternenkinder auf die Welt. Das ist aber nur eine Schätzung, denn statistisch erfasst werden davon lediglich ungefähr 300. Das ist die Anzahl der Totgeburten, also jener Geburten, wo das Kind auch tatsächlich als Kind angesehen wird. Als Person rechtlich anerkannt werden nämlich nur jene Kinder, die bei ihrer Geburt mehr als 500 Gramm gewogen haben und dieses Gewicht erreicht ein Kind erst nach der 24. Schwangerschaftswoche. Alle Kinder, die bereits davor verstorben sind, fallen einfach durchs Raster – es gibt sie für den Staat Österreich schlichtweg nicht und sie haben nie existiert.
Auch ich habe so ein geschätztes Sternenkind. Denn nach deinem Tod wurde ich noch einmal schwanger, verlor dieses Baby jedoch bereits einige Tage nachdem ich von ihm erfahren hatte in der 6. Schwangerschaftswoche. Und bis jetzt hat außer deinen Großeltern niemand davon gewusst – zu groß ist dieses Tabu.
Denn dieses Baby hat ja offiziell nie existiert …
Ich denke jedoch, dass die Eltern ebendieser Kinder anderer Meinung sind. Sie haben sich auf diese Kinder gefreut, haben sich eine Zukunft mit ihnen ausgemalt und werden sie immer lieben.
Natürlich denken diese Eltern auch nicht nur im Oktober an ihre Sternenkinder, sondern wahrscheinlich das ganze Jahr über, aber wer tut das noch? Wäre es nicht schön, diesen Eltern zumindest einmal im Jahr zu zeigen, dass man ihre Kinder nicht vergessen hat? Dass sie nicht allein sind? Und dass man ihre Kinder anerkennt?
Genau deshalb habe ich heute beschlossen mit diesem Tabu zu brechen und nicht nur zu dir, sondern auch zu meinem zweiten Sternenkind zu stehen, das leider bereits in der 6. Schwangerschaftswoche wieder zurück zu den Sternen gereist ist.
Und falls eine Mama oder ein Papa nun ebenfalls mit diesem Tabu brechen möchte, kann sie oder er das hier gerne anonym tun und diesen Beitrag einfach mit dem Satz „Ich bin eine/r von vielen“ kommentieren. Holen wir unsere Sternenkinder gemeinsam aus der Tabuzone!
Ich kann mir gut vorstellen, dass genau das der Hintergrund war, als Ronald Reagan, Präsident der Vereinigten Staaten, den Monat Oktober bereits 1988 als „Schwangerschaft und Säuglingsverlust Bewusstsein Monat“ nach einem Beschluss des Kongresses ausgerufen hat.
Ich denke, dass die Menschen, die diesen Entschluss damals gefasst haben, es genauso schade fänden, wie ich, dass ihre Bemühungen diese Kinder 35 Jahre später noch immer nicht aus der Tabuzone geholt haben …
Ich werde heute, am internationalen Gedenktag für Sternenkinder, um 19 Uhr Ortszeit eine Kerze für dich, dein Geschwisterchen und all die anderen Sternenkinder anzünden. Und ich würde mich freuen, wenn das ganz viele andere Menschen auch machen würden und wir damit ein Licht um die Welt schicken – für die vielen, vielen Sternenkinder da draußen.
Nachdem die Dunkelziffer der Sternenkinder in Österreich so dermaßen groß ist, würde ich mich noch mehr freuen, wenn diese Menschen dann ein Foto dieser Kerze auf Social Media teilen würden (gerne auch mit dem Link dieses Blog-Beitrags), damit wir gemeinsam endlich auch diesen speziellen Tag und den „Pregnancy & Infant Loss Awareness Month“ ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken und den betroffenen Eltern zeigen, dass sie nicht allein sind.
Denn:

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Sandra Jandl (Sonntag, 15 Oktober 2023 16:46)
Ich bin eine von vielen �