Wenn du am Ende bist:
fang von vorne an!
Und wenn es dein Herz berührt, ist es einen Versuch wert.
Letzen Mittwoch habe ich erneut zu arbeiten begonnen und diesmal fühlt es sich richtig an. Denn der große Unterschied liegt darin, dass ich mir diesen Arbeitsplatz selbst ausgesucht habe und nicht einfach zugeteilt wurde.
Aber von an Anfang an …
Nach deinem Tod graute mir richtig davor, wieder arbeiten zu gehen. Es hat sich gänzlich falsch angefühlt – davon habe ich dir ja schon erzählt.
Rückblickend gesehen, weiß ich, dass es daran lag, dass in diesem Krankenhaus einfach zu viel nicht mehr gepasst hat – für mich!
Ich habe in meiner Trauerzeit natürlich viel nachgedacht. Auch darüber, wo ich eigentlich hin möchte in meinem Leben.
Irgendwann fand ich mich dann bei den Stellenausschreibungen wieder. Und obwohl meine Suchparameter gar nicht dazu gepasst haben, wurde mir eine offene Stelle angezeigt, die mir sofort ins Auge gesprungen ist.
Ich habe dann natürlich mit deinem Papa darüber gesprochen, der sofort dafür war, diese Chance zu ergreifen. Ich muss leider zugeben, dass ich anfangs unsicher war, ob ich diesen Schritt wagen soll – ob ich bereit dafür bin …
Eine liebe Freundin hat mich dann aber ebenso ermutigt wie dein Papa und half mir sogar bei meiner Bewerbung (meine Unterlagen waren ja komplett veraltet) und keine 48 Stunden nach Absenden dieser Bewerbung wurde ich zu einem Schnuppertag eingeladen.
Ich habe mich von Anfang an, wohl & richtig am Platz gefühlt. Dennoch blieb ein bisschen Skepsis, ob ich das tatsächlich schaffen kann. Aber trotz dieser Skepsis, habe ich am nächsten Tag zugesagt und kurz darauf bei meinem bisherigen Arbeitgeber gekündigt – ich habe mich einfach auf mein Bauchgefühl verlassen, das ganz laut JAAAAA gerufen hat.
Und danach passierten einige merkwürdige Zufälle, wie zum Beispiel eine leere Werbetafel auf der „Nicht gesucht, aber gefunden“ stand, bei der ich ab dem Zeitpunkt meiner Zusage jedes Mal, wirklich jedes Mal, am Heimweg von der Arbeit im Verkehr zum Stehen kam – egal zu welcher Uhrzeit ich daran vorbei fuhr.
Natürlich könnte das auch selektive Wahrnehmung gewesen sein – so wie eine Frau, die sich ein Baby wünscht, plötzlich überall Schwangere und Kinderwägen sieht, die sie davor nicht so wahrgenommen hat.
Aber es waren einfach zu viele merkwürdige Zufälle, die in den darauffolgenden Wochen passiert sind …
Die letzten 4 Wochen meiner Kündigungsfrist habe ich einen Teil meines Resturlaubs verbraucht und dann war er also da: mein erster Arbeitstag.
Ich freute mich wahnsinnig darauf und war sehr gespannt, was mich erwartete und wie es mir damit gehen würde.
Ich hatte keine Ahnung, dass dort, an meinem ersten Arbeitstag, noch vor Dienstbeginn, die größte Überraschung, der größte Zufall auf mich warten würde …
Ich fuhr also in der Früh in das Krankenhaus, in dem dein Bruder und Du zur Welt kamen und in dem ich von jetzt an arbeite, läutete auf der Station an (ich hatte ja noch keine Zugangskarte), zog mich in der Schleuse um und ging in den Sozialraum.
Und die erste Person, die mich dort mit den Worten „Hallo, ich bin J., Kurslerin“ begrüßt hat, war keine Unbekannte. Ich kannte diese Krankenschwester, das wusste ich sofort, aber ich konnte sie nicht zuordnen.
Erst als sie mich am Weg zur Dienstübergabe darauf ansprach, dass ich ihr so bekannt vorkomme und sie mich fragte, wo ich davor gearbeitet hatte, stellte sich heraus, dass ich sie durch dich kannte.
Sie war eine von den Krankenschwestern, die dich während deines ganzen Lebens auf der NICU (Neonatal Intensive Care Unit, dt.: neonatologische Intensivstation) im Donauspital begleitet haben. Sie konnte sich sofort an dich erinnern, als ich ihr deinen Namen nannte und wusste dann auch gleich wieder, dass wir damals bereits über meinen Wunsch gesprochen haben, in diesen Spezialbereich zu wechseln.
Sie war diejenige, dich mich damals ermutigt hat, diesen Schritt wirklich in Erwägung zu ziehen, wenn ich den Wunsch habe auf einer NICU zu arbeiten – auch ohne Sonderausbildung in Kinderkrankenpflege.
Und jetzt, fast ein Jahr später, macht sie gerade die Intensiv-Zusatzausbildung und ist ausgerechnet an meinem ersten Arbeitstag auf der NICU im Praktikum, auf der ich jetzt zu arbeiten begonnen habe.
Ob man nun daran glaubt oder nicht … ob es ein Zufall, ein Wink des Schicksals, ein Zeichen des Universums oder eine Bestätigung von dir war – völlig egal!
Das erste Gesicht, in das ich an diesem Tag dort blicken durfte, war ein vertrautes Gesicht, das in deines geblickt hat und für mich hat es sich in diesem Moment angefühlt, wie ein Begrüßungskomitee von dir, mit dem du mir zeigen wolltest, dass ich dort GENAU richtig bin …
Und dafür danke ich dir!!!

Tatjana (Freitag, 25 August 2023 21:21)
Es freut mich von Herzen dass du den Schritt gewagt hast liebe Denise. Dich dabei zu unterstützen hat mir sehr viel bedeutet. Danke für dein Vertrauen. Es war an der Zeit und es fühlt sich richtig an für dich - nicht umsonst die Zufälle. Ich bin sicher deine Empathie gepaart mit deiner Herzenswärme und deinem Fachwissen wird vielen Familien in dieser unbeschreiblich harten Zeit helfen . Ich habe höchste Achtung vor deinem Schritt und bin sehr stolz dass du dich dazu entschlossen hast. Alles Liebe und Gute deine Tatjana
Gabriele (Mittwoch, 23 August 2023 08:26)
Auch wir wünschen dir alles erdenklich liebe zum neuanfang. Das Bauchgefühl ist ein gutes Gefühl. Du schaffst das. ��
Conny (Mittwoch, 23 August 2023 03:10)
Alles erdenklich Gute für deinen Neubeginn, liebe Denise���
Renata Ehrenhöfler (Dienstag, 22 August 2023 22:10)
liebe Denise ich wünsche dir die Erfüllung und all das glück das du dir verdient….
Katja (Dienstag, 22 August 2023 20:28)
Alles alles Gute, Denise!!! �
Erna (Dienstag, 22 August 2023 20:19)
Ich wünsche dir alles ,alles Gute für deiner neuen Arbeit �