Warum ich schreien könnte, wenn ich aus der Dusche komme …
Der Körper einer Frau verändert sich mit jeder Schwangerschaft. Diesen Satz habe ich häufig gelesen … und es stimmt.
Auch mein Körper hat sich verändert.
Durch die Schwangerschaft mit deinem Bruder und die anschließende Stillzeit.
Und auch durch die Schwangerschaft mit dir und die anschließende Stillzeit. Auch wenn diese Stillzeit nicht sehr lange war. Und auch wenn du nie direkt von meiner Brust getrunken hast, habe ich dich dennoch gestillt. Denn du hast meine Muttermilch bekommen.
Muttermilch, die ich vom ersten Tag an für dich abgepumpt habe – alle 2-4 Stunden. Auch nachts – obwohl du nicht da warst.
Das hat Spuren hinterlassen.
Spuren, die ich jedes Mal sehe, wenn ich aus der Dusche komme.
Vor allem die Narbe. Die Narbe auf meinem Bauch – von deinem Kaiserschnitt.
Die natürlich vergleichsweise klein ist, zu der Narbe in meinem Inneren … trotzdem!
Ich könnte schreien – vor Wut, vor Trauer, vor Verzweiflung, vor Hass!
Ich weiß, dass ich meinen Körper eigentlich lieben sollte. Denn er hat Bemerkenswertes geleistet und Großartiges hervor gebracht … dich und deinen großen Bruder.
Und ich bin sicher, irgendwann werde ich ihn auch wieder lieben.
Aber im Moment hasse ich ihn!
Ich hasse ihn dafür, dass man meinen Brüsten deine Stillzeit ansieht.
Ich hasse ihn dafür, dass man meinem Bauch, die Schwangerschaft mit dir ansieht.
Ich hasse ihn für diese Narbe auf meinem Bauch … genau dort, wo doch eigentlich immer noch meine Baby-Kugel sein sollte.
Ich hasse ihn dafür, dass er bereits jetzt, nur fünf Wochen nach deiner Geburt, wieder in Kleidungsstücke passt, in die er zuletzt vor der Schwangerschaft mit deinem Bruder gepasst hat.
Und ich hasse ihn dafür, dass er mir die Bauch-Zeit mit dir so plötzlich genommen hat … dass er versagt hat … und du deshalb nicht mehr hier bist!
Für all das würde ich ihn am liebsten anschreien – jedes Mal, wenn ich aus der Dusche komme!

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