Du gibst dein Bestes – und ich auch …
Heute Morgen hast du leider wieder vermeintlich gekrampft. Nachdem sie dir ein Medikament gegeben haben, beruhigst du dich wieder und scheinst den restlichen Tag ruhig und zufrieden zu sein.
Leider dürfen wir aufgrund dieses Krampfgeschehens heute wieder nicht kuscheln … ich hoffe, dass es morgen möglich sein wird.
Sonst geht es dir weiterhin gut. Du bist stabil, sowohl vom Beatmungsaufwand als auch vom Blutdruck her und du scheidest weiterhin sehr gut aus. Dadurch sind deine Ödeme bereits deutlich weniger geworden und dein Gewicht hat sich auf 1.380 g reduziert.
In deinem MRT Befund war, wie erwartet, deine Ventrikelblutung zu sehen – aber sonst nichts. Momentan also kein Hinweis auf eine Hirnblutung – was für eine Erleichterung!
Und trotzdem geht es mir heute nicht gut.
Als deine Großeltern deinen Bruder heute Morgen abholen, weint er und ruft nach mir. Er versteht einfach nicht, warum er jetzt schon fast 3 Wochen jeden Tag auf mich verzichten muss.
Er braucht mich – genauso wie du!
Bevor du zur Welt kamst, war ich von meiner Arbeit als Krankenschwester bereits wieder freigestellt. Er war es also gewohnt, dass ich 24/7 zu Hause bin und wir unsere Tage gemeinsam verbringen und er nur in Ausnahmefällen stundenweise bei euren Großeltern ist.
Doch seit dem 1. August 2022, dem Tag nachdem du geboren wurdest, ist alles anders.
Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil er jetzt jeden Tag auf mich verzichten muss – er ist doch auch noch so klein und braucht seine Mama!
Gleichzeitig möchte ich so viel Zeit wie möglich bei dir im Krankenhaus verbringen. Du brauchst auch meine Nähe, meine Stimme, meinen Geruch, musst wissen, dass wir da sind und an dich glauben.
Und gefühlt verbringe ich viel zu wenig Zeit bei dir – obwohl ich jeden Tag zwischen 10 und 14 Euro fürs Parken bezahle … was bedeutet, dass ich jeden Tag zwischen 5 und 7 Stunden dort parke.
Ich muss mich also jeden einzelnen Tag zwischen euch, meinen Kindern, meinen beiden Söhnen, entscheiden – und das hasse ich! Ich hasse es einfach! Eine Mutter sollte nicht zwischen ihren Kindern wählen müssen.
Und obwohl ich wirklich mein Bestes gebe, habe ich heute das Gefühl euch beiden nicht gerecht werden zu können – keinem von euch! Und das habt ihr beide einfach nicht verdient!
Eines meiner Lieblingsbücher ist von der Bestseller-Autorin Jojo Moyes und auch wenn dieses Buch von einer ganz anderen Geschichte handelt als von unserer, trifft es der Titel momentan perfekt:
Ich habe mein Herz in zwei Welten …

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Viky (Donnerstag, 18 August 2022 07:36)
Es ist im Leben so, man hilft dem Kind ,was gerade die Hilfe braucht...du würdest est wieder bei deinem ,, ,Großen,,,, gut machen....es ist herzzerreissend...aber ihr seid eine Familie mit Vater und Großeltern, die ersetzen das meiste....und dann. Bekommt er ein tolles Geschenk...einen Bruder....
Christine (Donnerstag, 18 August 2022 08:16)
Kann mir richtig vorstellen, wie es dir gerade geht, aber du (Ihr) macht das super. Auch Jonas wird es irgendwann verstehen. Für ihn is halt grad a bissi blöd...warum weshalb? Er kennt sich ja gar nicht aus. Kopf hoch, es wird!!!! Ich drück weiterhin alles was zu drücken ist! Knuddel dich!���
Katja Griessler (Donnerstag, 18 August 2022 11:31)
Liebe Denise, mach es dir nicht zu schwierig!! Natürlich ist es nicht leicht weg zu fahren, aber Jonas ist zu Hause optimal betreut und er wird das ohne irgendwas verkraften (auch Matteo war ganz viel bei seiner Oma als er klein war - und außer dass er jetzt der (inoffizielle ;-) Lieblingsenkel ist ist nix passiert �� alles Liebe Katja
Cornelia Göppner (Donnerstag, 18 August 2022 13:30)
Liebe Denise! Ich fühle mit dir, aber ich möchte dir auch dmsagen, dass du alles richtig machst und deine Liebe gerecht verteilst.louis braucht dich jetzt ein bisschen mehr. Dafür hast du schon 2 Jahre mit deinem Erst geborenen verbracht. Er ist also seinem Bruder immer und ewig 2 Jahre vorraus❤️